Prostata Operation: Wann ist eine Prostata OP notwendig?
Wann ist eine Prostata Operation notwendig?
Eine Prostataoperation kommt sowohl bei einer gutartigen Prostatavergrösserung als auch bei Prostatakrebs in Betracht. Entscheidend sind dabei die Beschwerden, der individuelle Befund und eine sorgfältige urologische Abklärung.
Prostata Operation bei gutartiger Prostatavergrösserung (BPH)
Mit zunehmendem Alter kann es zu einer gutartigen Vergrösserung der Prostata kommen, medizinisch benannt als benigne Prostatahyperplasie (BPH). Eine Prostataoperation kann empfohlen werden bei ausgeprägten Beschwerden, unzureichender Wirkung einer medikamentösen Therapie, fehlendem Wunsch nach Medikamenten oder bei Komplikationen wie wiederholtem Harnstau oder Blasenentzündungen. Die Entscheidung für eine Operation erfolgt stets individuell und nach sorgfältiger urologischer Abklärung.
Welche Prostata Operationen gibt es bei der gutartigen Prostatavergrösserung (BPH)?
Die meisten Eingriffe erfolgen minimalinvasiv über die Harnröhre. Dabei wird überschüssiges Prostatagewebe entfernt oder der Abfluss des Urins gezielt verbessert, ohne dass ein äusserer Schnitt notwendig ist.
Transurethrale Prostata Operation über die Harnröhre
Diese minimalinvasive Operation erfolgt über die Harnröhre, es ist kein äusserer Schnitt notwendig. Die häufigste Methode ist die TUR-P, die transurethrale Resektion der Prostata. Dabei wird überschüssiges Prostatagewebe mit einer Elektroschlinge oder mit einem Laser entfernt. Dieses Verfahren eignet sich bei ausgeprägter gutartiger Prostatavergrösserung.
Rezum Wasserdampftherapie der Prostata
Bei der Rezum-Therapie wird heisser Wasserdampf gezielt in das Prostatagewebe eingebracht. Das überschüssige Gewebe wird in den Wochen nach der Behandlung vom Körper abgebaut.
Die Methode eignet sich bei mittelgradiger Prostatavergrösserung.
iTind Verfahren bei Prostatavergrösserung
Ein feines Metallimplantat wird für 5 bis 7 Tage eingesetzt und erweitert die Harnröhre durch gezielten Druck. Dieses Verfahren ist besonders schonend und ambulant durchführbar.
Prostata Operation bei sehr grosser Prostata über 100 Gramm
Überschreitet die Prostata eine bestimmte Grösse, ist eine spezielle Technik erforderlich, um den Widerstand unterhalb der Harnblase zu beseitigen. In diesen Fällen kommen sogenannte aushöhlende Verfahren zum Einsatz. Dabei wird das überschüssige Drüsengewebe ausgehöhlt und nicht abgeschält, da das Volumen zu gross ist und ein Abschälen technisch nicht ausreichend möglich wäre.
Roboterassistierte Adenomenukleation der Prostata
Bei sehr grossen Prostatavolumina wird überschüssiges Drüsengewebe über die Bauchhöhle roboterassistiert entfernt. Die Prostatakapsel bleibt erhalten. Dieses Verfahren wird bei gutartiger Vergrösserung angewendet, wenn die Prostata über 100 Gramm gross ist.
Laser-Enukleation der Prostata
Hier wird überschüssiges Drüsengewebe über die Harnröhre mit dem Laser entfernt. Auch dabei bleibt die Prostatakapsel erhalten. Diese Methode kommt bei gutartiger Vergrösserung über 100 Gramm zum Einsatz.
Prostata Operation bei Prostatakrebs
Liegt ein Prostatakrebs vor, wird die mögliche Therapiestrategie ausführlich mit dem Patienten besprochen. Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort operiert werden. Grundsätzlich kommen eine Bestrahlung oder eine roboterassistierte Prostataentfernung infrage.
Roboterassistierte Prostatektomie (Da-Vinci)
Bei der roboterassistierten Prostatektomie mit dem Da-Vinci-Roboter wird die gesamte Prostata entfernt. Anschliessend wird die Harnblase wieder mit der Harnröhre verbunden. Je nach Befund können zusätzlich Lymphknoten entfernt werden.
Die für die Erektion wichtigen Nerven verlaufen seitlich und an der Rückfläche der Prostata. Können diese Nerven nicht geschont werden, ist eine Erektion nach der Operation nicht mehr möglich. Bei nervenschonendem Vorgehen bleibt die Erektionsfähigkeit grundsätzlich erhalten, häufig sind jedoch unterstützende Medikamente notwendig.
Diese Punkte sollten vor der Operation sorgfältig mit dem Operateur besprochen werden.
Ablauf des Eingriffs
Der Ablauf einer Prostata Operation hängt vom gewählten Verfahren ab. Allen Methoden gemeinsam sind eine sorgfältige Vorbereitung und Durchführung durch spezialisierte Urologen.
Minimalinvasive Eingriffe erfolgen mit kurzem Spitalaufenthalt von 2-3 Nächten. Grössere Operationen bei Prostatakrebs erfordern in der Regel 4-6 Nächte stationärer Überwachung.
Vorbereitung auf den Eingriff
Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht erforderlich. Es empfiehlt sich jedoch, harntreibende Getränke wie Alkohol oder Kaffee nicht im Übermass zu konsumieren. Wichtig ist eine Urinuntersuchung vor dem Eingriff. Bei manchen Männern finden sich Bakterien im Urin, die nach der Operation zu einer Entzündung oder Infektion führen können. Wird dies frühzeitig erkannt, kann die Infektion vorab behandelt und das Risiko entsprechend reduziert werden.
Was erwartet mich nach einer Prostata Operation
Nach einer Prostata Operation wegen gutartiger Vergrösserung ist in der Regel kein dauerhafter Urinverlust zu erwarten.
Nach vollständiger Entfernung der Prostata kann es vorübergehend zu Inkontinenz kommen. Diese bessert sich meist im Verlauf. Eine gezielte Beckenbodenphysiotherapie vor und nach der Prostata OP ist empfehlenswert.
Die Rückkehr in den Alltag hängt vom Eingriff ab:
- schonende Verfahren: wenige Tage
- grössere Operationen: 4 bis 6 Wochen
Spitalaufenthalt nach dem Eingriff
Die Dauer des Spitalaufenthalts hängt vom jeweiligen Eingriff ab. Nach einer Wasserdampftherapie bleiben Patienten in der Regel zwei Nächte zur Beobachtung im Spital. Bei einer TUR-P sind es meist drei Nächte. Nach einer roboterassistierten Operation beträgt der Aufenthalt üblicherweise drei bis fünf Nächte.
Arbeitsfähigkeit nach dem Eingriff
Die Arbeitsfähigkeit hängt sowohl von der beruflichen Tätigkeit als auch von der gewählten Methode ab. Nach einer Wasserdampftherapie ist in der Regel keine längere Schonung erforderlich. Nach einer TUR-P sollte hingegen für etwa vier Wochen körperliche Schonung eingehalten werden. In dieser Zeit sollten schwere körperliche Arbeiten, Gartenarbeiten sowie das Heben von Lasten über 10 Kilogramm vermieden werden. Auch starkes Pressen mit dem Bauch sollte möglichst unterlassen werden.
Risiken und mögliche Komplikationen
Die Risiko- und Komplikationsraten hängen von der gewählten Operationsmethode ab. Bei der Wasserdampftherapie ist das Risiko naturgemäss am geringsten. Gelegentlich treten Blasenentzündungen oder ein unangenehmer Harndrang auf. Selten kann es zu einer Harnblockade kommen, worüber der Patient im Vorfeld informiert wird.
Bei der TUR-P kann es insbesondere bei fehlender körperlicher Schonung zu einer Blutung aus dem Restprostatagewebe beziehungsweise aus der Prostatakapsel kommen. Vereinzelt können auch vorübergehende Schwierigkeiten beim Wasserlassen auftreten.
Nach roboterassistierten Operationen kommt es häufiger zu einer vorübergehenden Aufgeblähtheit des Bauches, teilweise mit Verdauungsproblemen. Möglich sind zudem kleinere Wundinfektionen sowie ein leicht erhöhtes Thromboserisiko. Zur Verringerung dieses Risikos erhalten Patienten nach der Operation für vier Wochen eine Thromboseprophylaxe.
Das Risiko für einen dauerhaften Urinverlust ist bei endoskopischen Eingriffen mit Erhalt der Prostatakapsel sehr gering. Nach vollständiger Entfernung der Prostata kann es zu einer vorübergehenden Einschränkung der Kontinenz kommen. Durch gezieltes Beckenbodentraining und Physiotherapie ist dies bei den meisten Männern gut behandelbar.
Prostata Operation bei Urologie Randazzo in Aarau
Bei Urologie Randazzo wird jede Prostata Operation individuell geplant. Operiert wird nur, wenn konservative Therapien ausgeschöpft sind oder eine klare onkologische Indikation besteht.
Moderne Prostata Operationen werden in Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik Aarau durchgeführt. Auch eine qualifizierte Zweitmeinung zur geplanten Prostata OP ist möglich.